Besinnung 103 - Genesis 28, 11-17

Alois Hüging MSF

Die Treppe des Jakob

„Er sah eine Treppe, die auf der Erde stand und bis zum Himmel reichte. Auf ihr stiegen Engel Gottes auf und nieder. Und siehe, der Herr stand oben und sprach: Ich bin der Herr, der Gott deines Vaters Abraham und der Gott Isaaks“ (Gen 28,13-14).
Als Jakob vor seinem Bruder Esau fliehen musste, übernachtete er bei Bet-El im Freien. Dort hatte er einen ungewöhnlichen Traum. Er sah eine Treppe, die bis zum Himmel ragte. Oben an der Treppe sah er Gott, der sich vorstellte als der Gott Abrahams und Isaaks. Dieser wiederholte die Verheissung, die er Abraham gegeben hatte: „Durch dich und deine Nachkommen werden alle Geschlechter der Erde Segen erlangen“. Jakob und seine Nachkommen haben im göttlichen Plan den Auftrag, ein Segen für andere zu sein.

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Besinnung 102 - Johannes 1,5-11

Alois Hüging MSF

 „Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf“ (Joh 1,9-11).

Der Evangelist Johannes sagt zum Kommen des Messias in Israel: „Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf“. Die meisten Juden im Umfeld Jesu erkannten ihn nicht als den von Gott gesandten Retter Israels. Das könnte uns verwundern, weil Israel doch seit vielen Generationen den Messias erwartete. Ihre Vorstellung vom kommenden Messias war durch Wunschdenken irregeführt. Manche Juden beriefen sich auf eine Vision des Propheten Daniel (vgl. Daniel 7,13-14). Dieser hatte einen Retter Israels schauen dürfen, der Herrscher eines ewigen Reiches sein würde. Das ewige Reich aus der Schau Daniels wurde jedoch sehr einseitig auf ein Reich im irdischen Sinn gedeutet und missverstanden. Wahrscheinlich hat aber nicht die Vision des Daniel, sondern eine innere Bereitschaft der Menschen zu Gewalt eine falsche Messiaserwartung gefördert.

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Besinnung 101 - Johannes 8,3-11

Alois Hüging MSF

Jesus und die Sünderin

„Als sie hartnäckig weiterfragten, richtete er sich auf und sagte zu ihnen: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie. Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde. Als sie seine Antwort gehört hatten, ging einer nach dem anderen fort“ (Joh 8,7-9).

      Der Psalm 145 sagt: „Der Herr ist gnädig und barmherzig, langmütig und reich an Gnade“. Vor dem Hintergrund dieses Gedankens, finden wir einen guten Zugang zu einer Meditation über das Evangelium von der Ehebrecherin.

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Besinnung 100 - Johannes 2,1-11

Alois Hüging MSF

Die Hochzeit zu Kana

„Als der Wein ausging, sagte die Mutter Jesu zu ihm: Sie haben keinen Wein mehr. Jesus erwiderte ihr: Was willst du von mir, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen. Seine Mutter sagte zu den Dienern: Was er euch sagt, das tut“ (Joh 2,3-5)!

      Jesus war von einem der führenden Pharisäer zu einem Essen eingeladen. Da nutzte er die Gelegenheit, die Anwesenden darüber zu belehren, wen sie zu einem Essen einladen sollten, nämlich Arme und einfache Leute, von denen sie keinen Vorteil erwarten könnten. Da unterbrach ihn einer der Gäste voll Freude und sagte: „Selig, wer im Reich Gottes am Mahl teilnehmen darf“ (Lk 14,15). Dieses Wort passt gut zur Hochzeit in Kana. Was Johannes berichtet, ist eine Hochzeit unweit von Nazareth. Johannes beschreibt in seinem Evangelium ganz konkrete Erlebnisse, bei denen er selber anwesend war. Er erzählt sie jedoch so, dass er jeweils auch eine tiefere theologische Bedeutung vermitteln kann. Der Bericht über die Hochzeit zu Kana will vor allem zur Freude im Glauben anregen.

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Besinnung 99 - Mk 13, 24-31

Alois Hüging MSF

Die Wiederkunft Jesu in Herrlichkeit

„Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken kommen sehen. Und er wird die Engel aussenden und die von ihm Auserwählten aus allen vier Windrichtungen zusammenführen, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels“ 
(Mk 13,26-27).

      Der vorliegende Text aus dem Markus Evangelium ist eine Anfrage an uns alle. Glauben wir nur, dass Jesus am Ende der Zeiten kommt mit großer Macht und Herrlichkeit oder verspüren wir eine freudige Erwartung für sein verheißenes Kommen? Jeder weiß, dass Erwarten mehr bedeutet als die Annahme, dass Jesus als Richter und Erlöser wiederkommen wird. Das Kommen des Herrn hoffnungsvoll erwarten, setzt einen lebendigen Glauben voraus,

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Besinnung 98 - Johannes 15,2-19

Alois Hüging MSF

Der göttliche Winzer

„Jede Rebe an mir die keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt“ (Joh 15,2).

      Das Bild vom Weinstock war im Alten Testament bekannt. Israel war der Weinstock Gottes. Israel hat aber die erwarteten Früchte nicht gebracht. Schon der Prophet Jeremias klagt: „Wie hast du dich gewandelt zum Wildling, zum entarteten Weinstock“ (Jer 2,21). Gott erwartete Früchte. Daher setzte er einen neuen Anfang. Er pflanzte seinen Sohn Jesus Christus als neuen Weinstock, mit dem alle Glaubenden als Reben verbunden sein sollen.

      Jesus nennt seinen Vater den Winzer. Gott kann sich auf seinen neuen Weinstock, seinen Sohn, verlassen. Dieser wird die gewünschten Früchte bringen. Der göttliche Winzer sieht aufmerksam auf die Reben. Diese sollen Früchte bringen. Reben, die keine Früchte bringen, schneidet er ab. Jene aber die Frucht bringen, reinigt er, um eine grössere Ernte einfahren zu können. Das Reinigen geschieht mit der Schere. Er schneidet alles ab, was unwesentlich oder überflüssig ist. Ein vielsagendes Bild dafür, wie der göttliche Winzer arbeitet! Dieser fügt der Rebe durch das Schneiden einen Schmerz zu, um so für Gott wertvoller zu sein. Gerade an grossen Heiligen wird das deutlich. Gott hat ihnen vieles genommen, was sie daran hinderte, noch mehr und noch bessere Früchte hervorzubringen. Der himmlische Vater reinigt die menschlichen Reben. Sie sind am Weinstock, um Frucht zu bringen; das ist ihre Bestimmung nach dem Willen Gottes. Das Reinigen besonders der edlen Reben, ist ein Ausdruck für das Kreuz, das Gott ihnen zugemutet hat. Als Heilige waren sie auf einem guten Weg und brachten bereits gute Früchte. Gott aber wünschte noch mehr von ihnen. Daher führte er sie in den Schatten des Kreuzes Christi.

      Das Bild vom Weinstock unterstreicht vor allem die Verbindung der Rebe mit dem Weinstock. Damit ist die enge Verbindung eines Christen mit dem Herrn gemeint. Es heisst im Evangelium vom Weinstock: „Getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen“. Solange die Rebe am Weinstock bleibt und Frucht bringt, darf sie am Weinstock bleiben. Wenn sie keine Frucht mehr bringt, wird der Winzer sie abschneiden.

      Das Verbleiben am Weinstock ist wesentlich. Jesus sagt auch, worin das Frucht-bringen besteht. Er sagt: „Bleibt in meiner Liebe“(9)! In der Liebe Christi bleiben, ist kein untätiges liebendes Verweilen. Liebe drängt immer nach vorn. Sie will andere erreichen. In der Liebe Christi bleiben bedeutet, auf Christus ausgerichtet sein und auf seine Liebe zum Menschen. Wahre Liebe zu Gott kennt grundsätzlich zwei Richtungen, die Liebe zu Gott und die Liebe zu den Menschen. Das eine lässt sich vom anderen nicht trennen. Wer Gott wirklich liebt, bemüht sich auch, Gott in seiner Liebe zum Menschen ähnlich zu werden. Deswegen sieht der Christ die Menschen in seiner Umgebung im Licht der Liebe Gottes. „Bleibt bin meiner Liebe“ (9) ist ein Auftrag für das ganze Leben. Immer sind Menschen in unserer Nähe, die von Gott geliebt werden.

      Da bleibt noch die Frage, wie denn unsere Früchte zustande kommen. Das Bild vom Weinstock gibt uns eine liebevolle Antwort. Der Weinstock steht für Christus. Wir sind die Reben. Und an den Reben hängen die Trauben. Wie kommen nun die Früchte an die Reben? Welchen konkreten Beitrag leisten die Reben? Sie sind am Weinstock und die reifen Früchte hängen an ihnen. Die Reben bringen die Früchte nicht hervor. Alle nährende Kraft kommt vom Weinstock. Diese Nahrung bringt die Früchte hervor. Die einzige Aufgabe der Reben besteht darin, durchlässig zu sein für die Nahrung, die vom Weinstock ausgeht. Je durchlässiger sie sind, umso schöner und reicher wird die Frucht. Wir sind die Reben am göttlichen Weinstock. Unsere Aufgabe ist es, auf unserem Pilgerweg immer durchlässiger zu werden für das Wirken Gottes in dieser Welt. Wo es dem Christen gelingt, für Gott durchlässig zu sein, dort wachsen die Früchte Gottes. Und diese Früchte werden dann ihm zugeschrieben. „Wer in mir bleibt, bringt reiche Frucht“, sagt Jesus. Dies ist ein wunderschönes Bild für das Wohlwollen Gottes zum Menschen. Er selber bringt die Frucht hervor, aber überall, wo ein Mensch mit Christus in Verbindung bleibt, und durchlässig ist für das Heilswirken Gottes in der Welt, dort werden ihm die Früchte Gottes zugeschrieben. 

 

 

 

 

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