Das Leben von Pater Berthier

Der Gründer der Kongregation der Missionare von der Heiligen Familie, Pater Johannes Berthier, wurde am 24. Februar 1840 in dem kleinen französischen Dorf Chatonnay geboren. Schon früh im Leben zeigte sich bei ihm  die Neigung zu einem tiefen religiösen Leben. Sobald es sein Alter erlaubte, wurde er auf eine Schule geschickt, um den späteren Eintritt ins Diözesanseminar zu ermöglichen. Nach Abschluss der vorbereitenden Studien trat Johannes Berthier am 23. Oktober 1858 ins Priesterseminar zu Grenoble ein.

Bereits in seinem Elternhaus hörte er von der Erscheinung der Mutter Gottes auf dem Berg La Salette. Das Interesse für die Mutter Gottes von La Salette wurde im Elternhaus geweckt und ist nie wieder verblasst. Als Diakon ging er am 14. Juli 1862 zum Berg La Salette, um sich dort der kleinen Ordensgemeinschaft, den Missionaren von La Salette, anzuschliessen.Seine Gesundheit war nicht gut, und das raue Wetter hoch oben in den französischen Alpen bereitete ihm ernste Schwierigkeiten. So musste er das Noviziat unterbrechen, um sich wieder zu erholen. Sein starker Wille und sein Gottvertrauen halfen ihm, sein Ziel zu verfolgen. Am 20. September 1862 wurde er in Grenoble zum Priester geweiht. Da er erst 22 Jahre alt war, hatte er zuvor vom Heiligen Stuhl die Erlaubnis zur Weihe erhalten. Viele Jahre wirkte er während der Sommermonate auf dem Berg La Salette. Er feierte für die Pilger die heilige Messe, hörte stundenlang Beichte, hielt viele Predigten, erklärte den Pilgern immer wieder die Botschaft von der Erscheinung unserer Lieben Frau von La Salette. Da das Personal wegen der finanziellen Mittel sehr gering war, musste P. Berthier auch bei allen möglichen Arbeiten für die Betreuung der Pilger mithelfen. So versah er neben den umfangreichen priesterlichen Diensten auch noch einfache Arbeiten im Haus. Im Winter kamen wegen des hohen Schnees keine Pilger zum Heiligtum in La Salette. Daher predigte P. Berthier während der Wintermonate in vielen Pfarreien Frankreichs Missionen und Exerzitien.

            Zwei wichtige Gedanken drängten P. Berthier unaufhörlich. Er wollte die Botschaft von La Salette den Menschen mitteilen, um sie dadurch zu Gott zu führen. Und gleichzeitig bewegte ihn der Mangel an Missionaren für die Mission. Das Bibelwort: „Die Ernte ist gross, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine ernte auszusenden“ (Mt 9,37,38) hatte sich tief in seine Gedanken eingeprägt und bestimmte sein Leben. Mit Zustimmung seiner Oberen begann er mit einer apostolischen Schule nicht weit entfernt am Fuss des Berges La Salette. Wegen der politischen Wirren und der kirchenfeindlichen Gesinnung der Regierung in Frankreich, eröffnete er ein Seminar in der Schweiz. Die Probleme dort waren übergross. Nach vielen Mühen ging er im Alter von 55 Jahren nach Grave in Holland, einer Stadt unweit von Nimwegen. Hier gründete er am 28. September 1895 ein Institut für Spätberufene, aus der dann nach einiger Zeit mit Erlaubnis des Heiligen Stuhls in Rom unsere Kongregation entstand. Die Anfänge in Grave waren schwer und mit vielen Enttäuschungen verbunden. Mit tiefem Gottvertrauen und grosser Zielstrebigkeit arbeitete P. Berthier an der Ausbildung von Missionaren. Bevor er am 16. Oktober 1908 in Grave starb, konnte er noch die ersten Priesterweihen erleben. Sein Institut war 1908 noch sehr jung. Er hatte aber Missionare ausgebildet, auf deren Schultern er grosse Verantwortung legen konnte. Sicher hat P. Berthier die junge Ordensgemeinschaft und ihr Mühen um die Berufe durch seine Fürsprache bei Gott liebevoll begleitet.

 

Möge Gott Sie segnen

P. Alois Hüging MSF, Rom

 

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