Eine neue Mission in Bolivien

 Am 9. April 1997 haben die südamerikanischen Provinzen unserer Kongregation eine neue Mission in Bolivien eröffnet. Dieses Projekt wurde von Anfang an geplant als ein gemeinsames Unternehmen aller Provinzen in Lateinamerika. Nach einer recht langen Zeit des Planens wurde ein Gebiet in den südlichen Vororten von Santa Cruz de la Sierra in Bolivien für die gemeinsame Mission gewählt. Dieser Stadtteil ist sehr arm. Auch jetzt zehn Jahre später gibt es dort noch keine asphaltierten Strassen. Drei Missionare, von Argentinien, Südbrasilien und Chile, begannen die Mission in einer Pfarrei. Nach einigen Jahren zeigte auch die spanische Provinz Interesse für dieses Projekt und sandte einen Missionar dorthin.

Im Laufe von zehn Jahren hat sich diese Mission gut entwickelt. Die Missionare der ersten Stunde sind inzwischen in ihre Heimat zurückgekehrt. Ihre Arbeit wurde aber fortgesetzt, und zurzeit sind dort fünf Missionare in zwei Pfarreien tätig.

            Mit einem gewissen Stolz sehen wir jetzt zwei blühende Pfarreien, in denen neben Spiritualität und Liturgie auch der soziale Aspekt der Evangelisation volle Aufmerksamkeit erfährt. Wir haben das Glück, dass in diesen zwei Pfarreien einige Schwesterngemeinschaften und eine Brüdergemeinschaft an der apostolischen Arbeit teilnehmen, und das mit erstaunlichem Erfolg. Dort wirken auch einige Laienmissionare aus der Schweiz und eine grössere Anzahl von aktiven Pfarrangehörigen. Unsere Mitbrüder nehmen auch teil an verschiedenen Aktivitäten der Erzdiözese und in Organisationen des geweihten Lebens.

            In der Osterwoche wurde der zehnte Jahrestag der Gründung der MSF-Mission in Bolivien gefeiert. Fast alle ehemaligen Missionare, die bisher in Bolivien tätig waren und auch einige zukünftige Missionare waren nach Santa Cruz gekommen. Daneben kamen auch die Provinzoberen von Argentinien, Südbrasilien, Ostbrasilien und Chile. Von Spanien war ein Vertreter der Gruppe "Laienmissionare von der Heiligen Familie " angereist. Diese Laienmissionare von Spanien haben die Bolivienmission bisher grosszügig unterstützt. Ich war gekommen, um die Generalleitung zu repräsentieren. Die Feierlichkeiten fanden in beiden Pfarreien statt und ebenfalls in einigen Kapellengemeinden. Dabei haben wir zusammen mit den Gläubigen Gott gedankt für seinen überreichen Segen während der zurückliegenden zehn Jahre.

Die anwesenden Mitglieder der Missionare von der Heiligen Familie trafen sich auch zu intensiven Gesprächsrunden. Dabei wurde besonders das  gemeinsame missionarische Projekt der südamerikanischen Provinzen in Bolivien diskutiert. Wir haben die bisher geleistete Arbeit reflektiert und zu bewerten versucht. Zugleich ging es um notwendige Aspekte in der pastoralen Arbeit für die Zukunft. Bei der Gelegenheit hatten wir ausserdem einen Studientag über das Apostolat der Berufe in verschiedenen südamerikanischen Provinzen.

            Die Provinzoberen nahmen auch an den Diskussionen teil. Darüber hinaus nahmen sie sich einen Tag Zeit, um Themen wie das gemeinsame Noviziat und das südamerikanische Treffen in Chile im Jahr 2008 zu besprechen.

            Die Festwoche wurde mit einer feierlichen Konzelebration in einer der beiden Pfarreien und einer grossen "churasco" (eine Art Spiessbraten ) im "Nazareth", dem Zentrum für Spiritualität und Formation, beendet.

Wir wünschen unseren Mitbrüdern in Santa Cruz den Segen Gottes bei ihren weiteren exzellenten missionarischen Aktivitäten!

 

Möge Gott Sie segnen

P. Wim van der Weiden MSF, Rom

Generaloberer

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