Hl.Familie -Spiritualität

Die Schlussfolgerungen des Buches: „Im Umfeld der Spiritualität einer heiligen Familie”

Einer der wichtigsten Motive für die Gründung unserer Kongregation war der grosse Mangel an Priesterberufen. Der Gründer stellte fest, dass die Berufungen nicht fehlten. Es gingen aber unzählige Berufungen verloren, weil viele die eigene Berufung nicht verwirklichen konnten, sei es wegen ihres Alters oder aus Armut. Pater Berthier lud solche junge Männer ein, in seinem Institut ihr Ideal zu verwirklichen. Er schuf eine religiöse Familie, die nach den evangelischen Räten lebte, um durch das Ordensleben gute Missionare heranzubilden. Daher musste er sowohl das geistliche Leben wie auch den missionarischen Geist fördern.

 

            Pater Berthier betonte in seinen Büchern und Vorträgen die Weckung und Förderung der apostolischen Berufe. Die apostolischen Schulen, die er gründete, dienten besonders diesem Ziel. Die Missionare sollten überall apostolische Berufe wecken, gleich ob sie in der Mission oder in Pfarreien arbeiteten, oder ob sie Exerzitien gaben. Die Mittel, die Pater Berthier empfahl, behalten ihren Wert. Das bestätigt auch das Zweite Vatikanische Konzil im Dekret decreto Optatam totius.         Der Gründer sah die Möglichkeit, das Charisma und das Ziel der Kongregation unter dem Schutz der Heiligen Familie zu verwirklichen. Soweit seine Schriften analisiert wurden, zeigen sie, dass  das Merkmal einer heiligen Familie der christlichen Spiritualität bei ihm nach und nach deutlich wurde. Es begleitete auch das Gründungscharisma und stärkte es. Der Name der Kongregation der Missionare von der Heiligen Familie erklärt auch ihren missionarischen Charakter. Dieser wurde auch inspiriert von der Botschaft der Gottesmutter von La Salette. Die Mission sollte im Geist einer heiligen Familie verwirklicht werden. Die Familie von Nazareth war für Pater Berthier „das Modell” für die Aktivitäten seines Instituts. Sie sollte ihm Spiritualität vermitteln wie auch die Form eines missionarischen Lebens. Sie wurde auch der Prototyp einer gesellschaftlichen Zelle. Er bestärkte dies, indem er sagte: „Die Heilige Familie ist ein perfektes Modell für einen Geist der

 

Achtung, des Gehorsams, der Liebe, des Opfern, der Demut und eines arbeitsreichen Lebens. Jene, die von Gott die Gnade der Berufung erhalten haben, müssen das eigene Leben mit diesem Geist durchdringen”.

            Die Analyse der Entwicklung der Kongregation nach dem Tod des Gründers zeigt deutlich, dass an erster Stelle der Geist der Heiligen Familie betont wurde neben dem Gemeinschaftsleben. Die Verehrung und die Nachfolge sollten die Hingabe an die Heilige Familie vertiefen, ebenso die Betrachtung ihres Lebens, die Nachahmung ihrer Tugenden.

            Das Konzil gab den Auftrag zur Erneuerung. Die Ordensregeln sollten entsprechend den Richtlinien des Konzils den Bedürfnissen der Menschen, der Familien und der Gesellschaft  in unserer Zeit angepasst werden. Zu der Zeit wurde es sehr deutlich, dass die Familienseelsorge ein bestimmendes Element des Charismas unserer Kongregation war. Man dachte dabei nicht nur an eine gute Grundlage für zukünftige Ordens- und Priesterberufe. Es wurde  auch die Möglichkeit gesehen, die Welt durch eine Erneuerung der Familien zu verbessern. Daher wurde die Notwendigkeit unterstrichen, zur Lehre von Pater Berthier zurückzukehren und sie den aktuellen Nöten der Menschen unserer Zeit anzupassen.

            Die Dokumente des XI. Generalkapitels im Jahr 2001 zeigen, dass an der Schwelle zum neuen Jahrtausend die Missionare von der Heiligen Familie die Notwendigkeit sahen, das Gemeinschaftsleben in der Hinwendung zu Gott zu stärken. In diesem Geist wollen sie die Frohe Botschaft überall in der Welt in die Familien tragen und ihnen einen spirituellen Weg zeigen entsprechend dem Modell der Heiligen Familie. Dieser Prozess weist hin auf den Reichtum der Spiritualität der Kongregation. Er besteht darin, dass die Gemeinschaft sich Gott zuwendet, um dann mit Ihm zusammenzuwirken für die Heiligung der Menschen. Und der Fleiss bei diesem Einsatz für das Heil der Menschen führt erneut zu Gott, der zu allem die Kraft gibt, um das Evangelium der Liebe zu verkünden.

            Eine Besonderheit in unserer Kongregation besteht in der Verbindung der Spiritualität nach dem Modell der Heiligen Familie von Nazareth mit der Botschaft der Mutter Gottes von La Salette. Wir finden die Verehrung und die Nachfolge der Heiligen Familie in einer Anzahl von Instituten, die sich der Heiligen Familie geweiht haben. Unser Gründer hat uns aber aufgetragen, unsere Spiritualität als Missionare von der Heiligen Familie mit dem missionarischen Auftrag zu verbinden.

 

Möge Gott Sie segnen!

 

P. Adam Sobczyk MSF, Kazimierz Biskupi, Polen

  • Gelesen: 9355

Copyright © 2021 P. Wilhelm von Rüden. Alle Rechte vorbehalten.
Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software.