P. Johannes Berthier über christliche Spiritualität

Entsprechend der Lehre von P. Berthier besteht das Wesen der christlichen Liebe zu Gott darin, Christus ähnlicher zu werden. Daher legt er die Betonung auf die Nachfolge Christi. Der Gründer meint, dass nur die treue Nachahnung der Gesinnung des Sohnes Gottes zu einer Ähnlichkeit mit Christus führt und dazu, in der Liebe zu Gott zu wachsen. Um dieses zu erreichen, ermutigt er, die Tugenden der Heiligen Familie nachzuahmen. P. Berthier möchte seine geistigen Schüler zu einer Einheit mit Gott führen, das Ziel aller menschlichen Spiritualität ist.

 

Ein besonderer Aspekt in seiner Lehre war sein tiefes Wissen und Verständnis der Lehre von Papst  Leo XIII in einer für die Kirche schwierigen Zeit am Ende des 19. Jahrhunderts in Frankreich und in der Welt. Das gilt besonders im Hinblick auf die Familie, die soziale Situation der Zeit und das geistliche Leben. Wenn jemand die Lehre des Gründers untersucht, muss man daran denken, dass er ein Mensch seiner Zeit war. Er spürte und erkannte genau die Herausforderungen, die sich die Lehre der Kirche stellen musste. Gleichzeitig hatte er die ausserordentliche Fähigkeit, in lebensnaher Sprache seine Studenten und Leser zu ermutigen, das, was er mitteilte, in die Praxis umzusetzen. Neben seinem theologischen Pragmatismus ist es ein charakteristischer Zug in seiner Lehre, den universellen Wunsch nach Heil und einem spirituellen Leben darzulegen. P. Berthier sah diese Möglichkeit in der moralischen Erneuerung der Familien, der Gesellschaft und der Welt. Wir erkennen leicht die Aktualität seiner Lehre, wenn wir uns an die Lehre des Zeiten Vatikanischen Konzils und von Papst Johannes Paul II erinnern.

Die Lektüre der Bücher von P. Johannes Berthier war eine grosse Hilfe, die katholische Lehre der Kirche in seiner Zeit zu fördern. Aber auch in unserer Zeit ist das Wissen um seine Werke eine reiche Quelle für das geistliche Leben. Man spürt in seinen Büchern die Liebe und den Gehorsam gegenüber der Kirche und dem heiligen Stuhl. Wir können feststellen, dass der Gründer nicht darauf versessen war, seine eigene Meinung zu verbreiten, sondern die Lehre der Kirche und die der grossen Lehrer des geistlichen Lebens. Allerdings bereichert er sie durch ausserordentlich präzise und notwendige Kommentare. Er nahm seine Gedanken von der Schrift, den Kirchenvätern und den bekannten Theologen der Kirche. Es war seine Fähigkeit und sein unbestreitbares Verdienst, dass er die richtigen Themen und Aussagen der Kirche aufgriff und sie sowohl den Intellektuellen erklärte wie auch Leuten, die kein Studium gemacht hatten. Er sah auch die Möglichkeit, die Menschen und die Gesellschaft zu einem geistlichen Leben zu ermutigen, indem dem er das Leben der Heiligen Familie als Beispiel erklärte. P. Berthier lehrte in dieser Weise während seines ganzen Lebens und ermutigte seine geistigen Schüler in einem geistlichen Testament, das Gleiche zu tun. 

Mit einem Blick auf die Untersuchungen seiner Bücher, Ansprachen, Briefe und Anmerkungen seiner frühen Schüler können wir mit einer gewissen Vereinfachung feststellen, dass die Lehre des Gründers, des Servus Dei, P. Johannes Berthier den Weg zu einer vollkommen Gottesliebe aufzeigt, die man erreichen kann, wenn man die Heilige Familie zum Vorbild nimmt und ihre Tugenden nachahmt.

 

Möge Gott Sie segnen

P. Adam Sobczyk MSF, Poland

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